Skandal um Buchhandlungspreis ++ IGs tagen ++ Leipziger Buchmesse
Shownotes
Diese Woche steht eine Kontroverse im Mittelpunkt: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, hat drei Buchhandlungen nachträglich von der Nominierungsliste des Deutschen Buchhandlungspreises 2025 gestrichen. Betroffen sind die Buchhandlungen "Zur schwankenden Weltkugel" (Berlin), "The Golden Shop" (Bremen) und "Rote Straße" (Göttingen). Als Begründung werden verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse genannt – Details bleiben jedoch nach dem umstrittenen Haber-Verfahren geheim.
Die Branche reagiert mit scharfer Kritik: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert Transparenz und betont, dass die Auszeichnung nicht von der politischen Ausrichtung des Sortiments abhängen dürfe. Auch PEN Berlin, die IG Meinungsfreiheit und die Kurt Wolff Stiftung kritisieren das Vorgehen. Die betroffenen Buchhandlungen, die den Preis teils mehrfach erhalten hatten, klagen gegen die Entscheidung.
Weitere Themen:
Verlagsnachrichten: Der Bergische Verlag übernimmt die Edition Köntgen; Pressebörse Kinderbuchschau erstmals in Köln; Lounge Edition startet als neues Veröffentlichungsmodell zwischen Verlag und Selfpublishing Buchhandel: Erstmaliger EGIS-Preis geht an den Verbrecherverlag; Hugendubel präsentiert neues Messekonzept zur Leipziger Buchmesse; Thalia übernimmt Sternbuchhandlung in Neu-Ulm Kurzmeldungen: Pocketbook mit 5% Umsatzplus, neue Kooperationen, Branchenveranstaltungen
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00:00:00: Intro Jule Heer: Die Nachlese Kai-Uwe Vogt: Dein Jule Heer: Buchbranchen-Update. Die wichtigsten News der Woche zusammengefasst. Ein Podcast des Börsenblatts. Kai-Uwe Vogt: Hallo und herzlich willkommen zum Buchbranchen-Update. Heute mit Kai-Uwe Vogt und Jule Heer: Jule Heer. Kai-Uwe Vogt: Im Fokus diese Woche die aktuelle Kontroverse um den Deutschen Buchhandlungspreis. Drei Buchhandlungen wurden nachträglich von der Liste gestrichen Wir erklären, was dahinter steckt. Deutscher Buchhandlungspreis: Kontroverse um gestrichene Nominierungen Jule Heer: Außerdem gibt's wie immer alle wichtigen News aus Verlagen und Buchhandel. Los geht's! Ein Thema hat diese Woche für ordentlich Wirbel gesorgt. Der Deutsche Buchhandlungspreis 2025. Am Dienstagabend meldete die Süddeutsche Zeitung, dass der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimar, drei Buchhandlungen von der Nominierungsliste gestrichen hat. Und das, obwohl die Jury sie bereits ausgewählt hatte. Damit stehen jetzt nur noch 115 Buchhandlungen auf der Liste statt der üblichen 118.
Kai-Uwe Vogt Und: um welche Buchhandlungen geht's? Jule Heer: Betroffen sind die Buchhandlungen zur schwankenden Weltkugel in Berlin, The Golden Shop in Bremen und die Große Straße in Göttingen. Der Grund für diesen Schritt? Laut einem Sprecher des Staatsministers liegen verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse vor. Kai-Uwe Vogt: Okay und was bedeutet das? Jule Heer: Genau das ist ja auch das Problem an der Sache. Das Ganze ist ziemlich intransparent. Weder die Öffentlichkeit noch die betroffenen Buchhandlungen erfahren, um welche Erkenntnisse es sich dabei genau handelt. So sieht es das sogenannte Haber-Verfahren nämlich vor. Und das ist auch bei Juristen äußerst umstritten. Kai-Uwe Vogt: Okay, verstehe. Und wie reagiert die Branche darauf? Jule Heer: Heftige Kritik kommt vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Dessen Vorsteher Sebastian Gogolz nennt das Vorgehen äußerst fragwürdig. Er betont, dass die Auszeichnung einer Buchhandlung nicht von der politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängen dürfe und fordert Transparenz. Reaktionen der Branche und betroffene Buchhandlungen
Jule Heer Die IG Meinungsfreiheit forderte den Minister auf, seine Entscheidung zu revidieren. Preiswürdige Buchhandlungen würden an den Pranger: gestellt. Kai-Uwe Vogt: Und wer hat sich noch zu Wort gemeldet? Jule Heer: Naja, der Börsenverein ist mit seiner Kritik nicht allein. PEN Berlin fragt den Kulturstaatsminister direkt, warum die Vorschläge der Jury überhaupt vom Verfassungsschutz geprüft werden. Die Kurt Wolff Stiftung spricht von einer Einflussnahme, die die Grundprinzipien des Preises konterkariert. Und sogar ehemalige Jurymitglieder betonten, sie hätten die drei Buchhandlungen wieder nominiert. Denn alle drei Buchläden hatten den Preis in der Vergangenheit für ihr Engagement bereits erhalten, teils mehrfach. Kai-Uwe Vogt: Und die Buchhandlungen selbst, haben die sich auch geäußert? Jule Heer: Die klagen. Und zwar nicht nur, weil sie das Preisgeld erhalten wollen, sondern vor allem auch aus Kritik gegen dieses Haberverfahren, also das Durchleuchten durch den Verfassungsschutz. Kai-Uwe Vogt: Okay, danke Jule. Die Frage ist jetzt natürlich, was bedeutet das für die Zukunft des Preises? Wir sind gespannt auf eure Meinung. Diskutiert mit uns und findet die Details zur Sache auf basenblatt.net. Verlagsnews: Bergische Verlag, Pressebörse Kinderbuchschau
Jule Heer Der Bergische Verlag in Remscheid hat zum 1. Januar: die Wuppertaler Edition Köntgen übernommen und führt sie künftig als Imprint weiter. Mit der Integration der rund 100 Titel wächst das Programm auf etwa 300 Bücher mit regionalem Fokus auf das Bergische Land. Der bisherige Verleger Thomas Helbig zieht sich aus dem Verlag zurück. Kai-Uwe Vogt: Nach der Premiere in Hamburg hat die Pressebörse Kinderbuchschau Ende Februar erstmals auch in Köln Station gemacht. Gastgeber war Bastei Lübbe. Präsentiert wurden Thementische mit Neuerscheinungen und Backlist-Titeln, unter anderem zu Demokratiebildung, künstlicher Intelligenz und Leseförderung Bei der Veranstaltung kamen PressevertreterInnen, InfluencerInnen und LiteraturvermittlerInnen mit verschiedenen Kinder- und Jugendbuchverlagen ins Gespräch. Neue Veröffentlichungsmodelle und Verlagskooperationen Kai-Uwe Vogt: Ein besonderes Augenmerk lag außerdem auf Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag von James Criss.
Jule Heer Mit der Lounge Edition startet ein neues Veröffentlichungsmodell zwischen Verlag und Self-Publishing. Gegründet wurde das Angebot von den Lektorinnen Sissi Steuerwald: und Tamara Leonhardt und versteht sich als Alternative zu Druckkostenzuschussverlagen. AutorInnen behalten dabei die Rechte an ihren Werken und werden fachlich durch den Veröffentlichungsprozess begleitet. Kai-Uwe Vogt: Vier unabhängige Kinderbuchverlage Peter Hammer, Kindermann, Jungbrunnen und Atlantis haben mit Alle unter einem DACH, "DACH" in Großbuchstaben, Kinderbücher aus drei Ländern ein neues Veranstaltungsformat für den direkten Austausch mit dem Buchhandel gestartet. Zum Auftakt am 18. Februar trafen sich rund 20 BuchhändlerInnen aus 13 Wiener Buchhandlungen im Jungbrunnen Verlag. Im Mittelpunkt standen Gespräche über Bilderbücher, unabhängige Programmsarbeit und die Rolle kleinerer Verlage im Kinderbuchmarkt. Buchhandel: Aegis-Preis und Messepräsentationen
Jule Heer Buchhandel Der erstmals verliehene Aegis-Preis zeichnet Menschen in der Buchbranche aus, die sich mutig verantwortungsvoll und gesellschaftlich engagieren. 2026 geht die Auszeichnung an den Verbrecherverlag aus Berlin. Die Preisverleihung findet am 4. Juli im Rahmen des: 80-jährigen Jubiläums von Aegis in Ulm statt, inklusive eines dauerhaft sichtbaren Sitzplatzes im Aegis-Café. Kai-Uwe Vogt: Fugendubel präsentiert zur Leipziger Buchmesse seinen neuen Messeauftritt unter dem Motto Hello Book Lovers mit drei thematischen Buchhandlungen in Halle 3 und 4 und mit knapp 60 Veranstaltungen. Die Bereiche umfassen eine zentrale Messebuchhandlung mit Lesungen und Buchhandlungen Pop-Up-Kiosk, eine Kinderbuchhandlung mit interaktiven Elementen und eine Fantastik-Buchhandlung für Manga, Fantasy, Romanticy und Science-Fiction. Begleitend gibt es Kooperationen mit Lovely Books und der Penguin Random House Verlagsgruppe sowie Lesungen und Signierstunden in der Leipziger Filiale. Jule Heer: Zum 1. Mai übernimmt Thalia die Sternbuchhandlung im Mahler Einkaufszentrum und verdoppelt die Verkaufsfläche. Der bisherige Inhaber Thorsten Kemming, übernimmt die Leitung und setzt die Arbeit mit dem bisherigen Team fort. Kurz notiert: E-Books, Karriereevents, Termine Kai-Uwe Vogt: Und jetzt kommt Jule mit kurz notiert.
Jule Heer Pocketbook meldet für 2025: ein Umsatzplus von 5 Prozent. Vor allem das Geschäft mit E-Books wuchs stark. 2026 stehen neue Geräte wie das Inkpad One und der Lounge des Shops in Großbritannien an. Die UTB Scholars E-Library hat einen neuen Partner, den Hollitzer Wissenschaftsverlag aus Wien. Dessen wissenschaftliche Titel sind seit Februar über die Plattform verfügbar. Lust auf neue Kontakte zu Buchmenschen die spannende Jobs machen? Auf der Leipziger Buchmesse am 19. März treffen sich Ausgezeichnete und Nominierte des Börsenblatt Young Excellence Awards gemeinsam mit Brancheninteressierten zum Speedmeeting, rundenbasiert und perfekt zum Netzwerken. Wer dabei sein möchte, kann sich bis zum 17. März anmelden. Am 25. März veranstalten der Börsenverein und der Mediacampus Frankfurt einen Karriereabend für Nachwuchskräfte und Einsteiger der Buch- und Medienbranche. Der Termin findet online statt und ist kostenfrei. Vom 13. bis 16. April findet die Bologna Children's Book Fair statt.
Ehrengast ist Norwegen.: Vom 22. bis 23. April tagt die IG Wissenschaftliche Bibliotheken in Frankfurt im Haus des Buches. Und vom 23. bis 24. April tagt und feiert die IG Hörbuch im Rahmen ihrer Jahrestagung. Gastgeber ist Penguin Random House in München. Am 27. und 28. Juni findet auf dem Berliner Bebelplatz das Berliner Bücherfest statt. Outro Jule Heer: Unter dem Motto Gemeinsamkeit erleben präsentieren sich über 100 Verlage und Buchhandlungen. Der Eintritt ist frei. Kai-Uwe Vogt: Das war die Nachlese für diese Woche im Doppelpack mit Kai-Uwe Vogt Jule Heer. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Jule Heer: Das war die Nachlese Dein Montagsupdate. Das Börsenblatt für die Ohren. Willst du uns unterstützen? Dann bewerte unseren Podcast in deiner Podcast-App. Für mehr News aus der Buchbranche abonniere die kostenfreien Börsenblatt-Newsletter.
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