Zahlen zu Denis Schecks Verrissen ++ ChatGPT und das Urheberrecht ++ Bologna

Shownotes

**KI kopiert den kleinen Drachen Kokosnuss **Penguin Random House hatte zuletzt OpenAI verklagt – und jetzt liefert der Verlag gleich den nächsten Beleg, warum das kein Zufall ist. Justiziar Rainer Dresen hat getestet, wie schnell ChatGPT urheberrechtlich geschützte Inhalte nachahmt. Das Ergebnis: In nur 60 Minuten entstand ein komplettes KI-Buch im Stil des kleinen Drachen Kokosnuss – inklusive erfundener Autorenbiografie und falschem Verlagsnamen. Die Forderung ist klar: Trainingsdaten müssen transparent sein, Lizenzen müssen eingeholt werden.

**Bologna: Zwischen Hoffnung und Sorge **Auf der internationalen Kinderbuchmesse in Bologna stand die Leseförderung im Mittelpunkt. Bücher für die Jüngsten (0–6 Jahre) gelten weiterhin als stabiles Segment. Das klassische Jugendbuch hingegen kämpft. Und Romance & Romantasy? Bleibt ein Genre – aber viele Titel wirken austauschbar, und der Hype scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben.

**Thalia wächst – mit Stil **Thalia eröffnet eine neue Filiale in Eberswalde und einen besonderen Flagship-Store in Berlin an der Tauentzienstraße: 1.800 Quadratmeter, Art-Déco-Optik und ein Karussell in der Kinderabteilung. Gleichzeitig sind Self-Service-Kassen in Buchhandlungen ein gespaltenes Thema – fast die Hälfte der Befragten lehnt sie ab.

**Traditionelles trifft Innovation **Der über 100 Jahre alte Karl-May-Verlag sucht einen Nachfolger, der das Erbe im Geiste Karl Mays weiterführt. Ganz anders denkt man in Dresden: Das Unternehmen Materbooks will Bücher mit Pilzfasern umweltfreundlicher machen – der Weg von der Forschung in die Industrie ist geschafft.

Debatte um Denis Scheck Eine Auswertung der Zeit zeigt: Kritiker Denis Scheck verriss in der ARD-Sendung Druckfrisch fast 45 % der Bücher von Autorinnen – bei Autoren waren es nur rund 30 %. Die ARD distanziert sich, doch die Zahlen und der Ton sorgen für anhaltende Diskussionen.

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Intro: Die Nachlese Kai-Uwe Vogt: Dein Intro: Buchbranchen-Update. Die wichtigsten News der Woche zusammengefasst. Ein Podcast des Börsenblatts. Kai-Uwe Vogt: Herzlich willkommen zu deinem Buchbranchen-Update. Heute mit Kai-Uwe Vogt und folgenden Themen. Wir schauen uns an, wie schnell ChatGPT den kleinen Drachen Kokosnuss kopiert. Außerdem blicken wir auf die Kinder- und Jugendbuchmesse die in Bologna zu Ende gegangen ist. Dazu gibt's wie immer die wichtigsten News aus der Buchbranche. Los geht's! Penguin Random House klagt ja gegen OpenAI, das war das Thema in unserer letzten Ausgabe. Jetzt gibt es neue Einblicke aus der Rechtsperspektive. Rainer Dresen der Justiziar der Verlagsgruppe hat getestet wie schnell ChatGPT-Inhalte aus der kleinen Drache Kokusnuss reproduziert.

Das Ergebnis ist verblüffend. Mit nur ein paar einfachen Befehlen Hat die KI in nur 60 Minuten ein fertiges KI-Buch ausgespuckt. Wir reden hier von 8 Farbtafeln und 20 Seiten: Text, bereit zum Hochladen bei Amazon. Dresen stellt fest, das sei eindeutig kein bloßer Zufall und keine Inspiration. Die KI hat aber nicht nur den Stil und die Inhalte kopiert. Sie hat auch ungefragt den Namen des Nutzers aufs Cover gesetzt, eine Autorenvita erfunden und gleich noch den Sternfunke Verlag dazu. Die Forderung der Verlagsgruppe ist deshalb klar. Diese Art der Reproduktion ist unzulässig KI-Unternehmen sollen ihre Trainingsdaten transparent machen und Lizenzen für geschützte Werke einholen. Das ganze Interview dazu findet ihr auf boersenblatt.net. Letzte Woche war wieder internationale Kinderbuchmesse in Bologna. An den Ständen ging es vor allem um Markttrends und Leseförderung. Viele aus der Branche sehen das größte Potenzial weiterhin bei den Büchern für die Jüngsten, also für die Kinder von 0 bis 6 Jahren.

Sorgen bereitet aktuell eher das klassische Jugendbuch. Viele Verlage haben ihre Programme ausgedünnt weil sie die LeserInnen schlechter erreißen. Auch: über Romance und Romantasy wurde gesprochen. Klar ist, das Genre bleibt, aber viele sehen den Höhepunkt in diesem Jahr schon erreicht und finden zu viele Titel einfach austauschbar. Insgesamt erweist sich das Kinder- und Jugendbuch aber als Stabilitätsfaktor. In Italien konnte das Segment im Vorjahr leicht zulegen, während der gesamte Buchmarkt dort rückläufig war. Begleitet wurde die Messe von einem gemeinsamen Appell vieler Branchenorganisationen. Leseförderung müsse stärker und langfristig unterstützt werden. Thalia hat eine neue Filiale in Eberswalde eröffnet. Auf 200 Quadratmetern gibt es dort jetzt Bücher Spielwaren und Dekoartikel. In der brandenburgischen Kreisstadt gibt es bereits zwei unabhängige Buchhandlungen. In Berlin geht es noch eine Nummer größer. Dort hat Thalia einen besonderen Flagship-Store in der Tauentzienstraße aufgemacht.

Das Konzept ist im Stil der goldenen Zwanziger gehalten, mit Art-Deko-Elementen und sogar einem Karussell in der: Kinderabteilung. Die Verkaufsfläche ist mit 1.800 Quadratmetern riesig. Wir haben BuchhändlerInnen gefragt, was sie von Self-Service-Kassen halten. Das Ergebnis ist gespalten. Von 91 TeilnehmerInnen lehnt knapp die Hälfte solcher Kassen klar ab. 30% hingegen können sie sich vorstellen oder nutzen sie bereits. Die Hauptargumente dagegen sind die Sorge vor Diebstahl und der Wunsch nach persönlichem Kundenkontakt. Der mehr als 100 Jahre alte Karl-May-Verlag sucht einen Nachfolger. Der Grund? Geschäftsführer Bernhard Schmidt will sich in den Ruhestand zurückziehen. Ihm ist wichtig, dass der Verlag im Sinne Karl Mays weitergeführt wird, wie er dem Börsenblatt verraten hat. Und eine spannende Innovation kommt aus Dresden. Das Unternehmen matabooks will den Buchdruck mit Pilzfasern umweltfreundlicher machen. Die Technologie namens Microfiber soll als Verstärkung im Papier dienen.

So können alternative Rohstoffe wie: Gras, Stroh oder Hanffasern besser eingesetzt werden, ohne dass die Qualität senkt. Der Schritt vom Labor zur industriellen Fertigung ist laut Marta Buchs geschafft. Wegen der ARD-Sendung Druckfrisch wird derzeit diskutiert ob Kritiker Denis Scheck Bücher von Autorinnen häufiger negativ bewertet. Anlass waren seine Verrisse der Bücher von Ildiko von Kürthi und Sophie Passmann. Eine Auswertung der Wochenzeitung Die Zeit hat ergeben, von 118 besprochenen Büchern von Autorinnen Warf Scheck 53 in die Tonne. Das sind fast 45 Prozent. Bei 168 Büchern von Autoren waren es nur 50, also knapp 30 Prozent.

Die ARD erklärte, in der Sendung gäbe es keinen Raum für Frauenfeindlichkeit. Doch die Zahlen und der Ton von Scheck sorgen für Diskussionen. Bewerbungen für das Zukunftsparlament des Börsenvereins werden noch bis zum 4. Mai entgegengenommen. 80 junge Branchenkräfte bekommen hier die Chance, über die Zukunft der Branche zu: diskutieren. Wir kommen zu kurz notiert. Nach fast 60 Jahren musste die Buchhandlung Pia in Liebla schließen. Grund sind gesundheitliche Probleme der Inhaberin, die noch bis 75 im Laden stand. Sarah Welk wurde von der IG-Leseförderung des Börsenvereins zur Lesekünstlerin des Jahres ernannt. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz in der Leseförderung wird Kirsten Boje mit dem IBI-Readouts Standing Promoter Award ausgezeichnet. Und für sein Lebenswerk wurde der kanadische Autor und Illustrator Jon Klassen mit dem schwedischen Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet. Bis zum 13. Mai können sich Verlage für die Hotlist bewerben. Die Fachausschüsse des Börsenvereins haben sich zu ihrer Frühjahrstagung in Frankfurt getroffen.

Themen waren Wirtschaftlichkeit, Remissionsprozesse, KI und die Vorbereitung auf E-Rechnungen. Mehr dazu auf börsenplatt.net. Das war es für heute mit der Nachlese Wir hoffen ihr seid auch beim nächsten: Mal wieder dabei. Habt eine gute Woche und macht's gut. Intro: Das war die Nachlese Dein Montagsupdate. Das Börsenblatt für die Ohren. Willst du uns unterstützen? Dann bewerte unseren Podcast in deiner Podcast-App. Für mehr News aus der Buchbranche abonniere die kostenfreien Börsenblatt-Newsletter.

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