Bookstore Crawl in Mainz ++ Zu wenig Frauen in Chefetagen ++ Hohe Portoerhöhungen ab 2027 erwartet
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Jule Heer: Die Nachlese. Kai-Uwe Vogt: Die Nachlese. Jule Heer: Dein Buchbranchenupdate. Die wichtigsten News der Woche zusammengefasst. Ein Podcast des Börsenblatts. Kai-Uwe Vogt: Hallo und herzlich willkommen zur Nachlese. Hier ist dein Buchbranchenupdate. Heute mit Kai-Uwe Vogt und folgenden Themen: Frauen sind in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Kai-Uwe Vogt: Bei der Deutschen Post könnten 2027 Porto- und Paketpreise kräftig steigen und in Mainz und Umgebung steht der erste Bookstore Crawl an. Dazu viele weitere News aus der Buchbranche. Los geht's. Anlässlich des europäischen Statistiktags hat das Statistische Bundesamt Eurostat Daten zu Frauen in Führungspositionen ausgewertet.
Kai-Uwe Vogt Das Ergebnis Frauen sind in Deutschland fast genauso oft erwerbstätig wie Männer. In Führungspositionen spiegelt sich das aber deutlich: weniger wider. 2025 waren nur dreißig Komma drei Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Im EU-Schnitt lag der Anteil bei fünfunddreißig Komma neun Prozent. Kai-Uwe Vogt: Gleichzeitig machten Frauen hierzulande siebenundvierzig Komma eins Prozent aller Erwerbstätigen aus. Das ist sogar leicht höher als der EU-Durchschnitt. Auch über zehn Jahre hinweg hat sich die Lücke nur wenig verändert. Der Anteil weiblicher Führungskräfte stieg in Deutschland um gerade mal einen Prozentpunkt, EU-weit um vier. Kai-Uwe Vogt: Zum Vergleich: Schweden erreichte vierundvierzig Komma vier Prozent, Österreich kam auf siebenunddreißig Komma zwei Prozent, obwohl der Anteil erwerbstätiger Frauen dort mit siebenundvierzig Komma fünf Prozent ähnlich hoch war wie in Deutschland. Zumindest in der Bundesregierung sind Frauen stärker vertreten als in Führungsetagen.
Kai-Uwe Vogt Im dritten Quartal stellten sie zweiundvierzig Komma sechs Prozent der Mitglieder. Das lag über dem EU-Schnitt von dreiunddreißig Komma fünf Prozent. Immerhin. Wenig Mut hingegen machen die: Negativschlagzeilen über frauenfeindliche Äußerungen in Parlamenten und im Deutschen Bundestag. Wir machen weiter mit leider ebenfalls wenig erfreulichen News. Kai-Uwe Vogt: Die Deutsche Post könnte ab Januar 2027 mehr für Briefe und Pakete verlangen. Deutlich mehr. Die Bundesnetzagentur hat dazu einen Entwurf veröffentlicht. Der mögliche Spielraum liegt im Schnitt bei zehn Komma sieben Prozent für Privatkundenpakete und jeweils zwanzig Komma vier Prozent für Privatkundenbriefe und Geschäftspost. Kai-Uwe Vogt: Das sind noch keine konkreten Preiserhöhungen, sondern erst einmal die Rahmenbedingungen. Die Post kann den Spielraum auf einzelne Produkte verteilen. Einzelne Tarife könnten also stärker steigen. Die Behörde begründet den größeren Spielraum vor allem mit sinkenden Briefmengen. Bis Ende Oktober können die Post und andere Beteiligte Stellung nehmen.
Kai-Uwe Vogt Die endgültige Entscheidung wird im November erwartet. Für Buchhandlungen und Verlage ist wichtig Gewerbliche Versandverträge mit individuellen Konditionen sind nicht: automatisch betroffen. Ob die Logistikkosten dennoch steigen, hängt laut Händlerverbund vom Vertrag, dem Versandvolumen und dem Versandprodukt ab. Kai-Uwe Vogt: Ab Januar ändern sich außerdem die Großbriefformate. Sie dürfen dann bis zu drei Zentimeter hoch sein und ein Kilogramm wiegen. Dann darf alles als Großbrief verschickt werden, was durch den Briefkastenschlitz passt. Dreizehn unabhängige Buchhandlungen in Mainz und Umgebung laden im November erstmals zum Bookstore Crawl ein. Kai-Uwe Vogt: Mit einem Stöberpass sammeln Besucher*innen Stempel. Wer mindestens sieben Läden besucht, kann an der Verlosung im Dezember teilnehmen. Der Besuch ist kostenlos. Für einzelne Veranstaltungen kann Eintritt anfallen. Unter den teilnehmenden Buchhandlungen sind unter anderem Bukowski, Nimmerland, Shakespeare und so sowie Erlesenes und Büchergilde.
Kai-Uwe Vogt Der Bookstore Crawl läutet die Woche unabhängiger Buchhandlungen ein. Dieses Jahr gibt's außerdem Bookstore Crawls in Hannover, Frankfurt und im Bergischen Land: Jule Heer: Buchhandel. Kai-Uwe Vogt: Zweihundertfünf Buchhandlungen in Bayern sind für ihr Engagement in der Leseförderung mit dem Gütesiegel "Partner der Schulen für Leseförderung" ausgezeichnet worden. Kai-Uwe Vogt: Stellvertretend nahm die Buchhandlung im Teutshaus in Gerolzhofen die Ehrung entgegen. Sie fördert junge Leser*innen unter anderem mit Ast-Lesetüten und dem Kinderleseclub Teutshaus Leseulen. Die Weimacher Buchhandlung Die Eule hat nach fünfundzwanzig Jahren geschlossen. Laut Inhaber Steffen Knabe ließ sich der Laden wirtschaftlich nicht mehr halten. Kai-Uwe Vogt: Mit Büchern allein seien die Kosten nicht zu decken gewesen. Am besten liefen Kühlschrankmagnete. Der Inhaber befürchtet, dass auch der angegliederte Knabe Verlag unter der Schließung leiden könnte. Die Buchhandlung sei das Schaufenster seiner Bücher gewesen. Jule Heer: Verlage.
Kai-Uwe Vogt Der Molino Verlag hat die Veröffentlichung von „Wer bin ich, wenn du mich siehst?" auf Wunsch der Autorin gestoppt. Vorausgegangen waren laut: Verlag massive Kritik und Drohungen. Der Roman handelt von der Liebe zwischen einer Ukrainerin und einem russischen Soldaten. Der Verlag begründet den Schritt mit dem Schutz der Beteiligten. Kai-Uwe Vogt: Der kanadische Verlag Les Éditions du Boréal beendet die Zusammenarbeit mit Télisson Aurélien und druckt seinen Roman nicht nach. Laut Verlag fand eine externe Analyse KI-Marker in Metadaten von Arbeitsfassungen. Der Verlag könne nicht klären, in welchem Umfang KI verwendet wurde. Aurélien hatte den Einsatz zuvor bestritten. Kai-Uwe Vogt: Sein französischer Verlag hat sich noch nicht positioniert. Nach fünfzig Jahren und dreihundertachtundneunzig Ausgaben stellt die feministische Zeitschrift Emma ihren Betrieb ein. Wirtschaftliche Gründe seien es nicht, erklärte Gründerin Alice Schwarzer. Vielmehr sei das Team ermattet. Die Redaktion habe über drei Generationen von Feministinnen die Stellung gehalten.
Kai-Uwe Vogt Schwarzer sagt „Wir haben gezeigt, wozu ein professioneller, engagierter feministischer Journalismus fähig ist." Die letzte Ausgabe: soll im Dezember erscheinen. Das Redaktionsarchiv soll 2027 ans Deutsche Literaturarchiv Marbach gehen. Der Verein Spieleverlage hat für seinen zweiten Boardgames Index die Stimmung unter den Mitgliedsverlagen erhoben. Kai-Uwe Vogt: Das Ergebnis: Keines der Unternehmen rechnet mit sinkenden Umsätzen. Im Gegenteil, sechsundachtzig Prozent erwarten ein stabiles oder besseres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Spiele und Puzzles wuchsen in den ersten drei Quartalen des Jahres um acht Prozent, der Spielwarenmarkt insgesamt um drei. Kai-Uwe Vogt: Besonders stark legten Erwachsenenspiele zu, um mehr als zwanzig Prozent. Sechsundzwanzig Prozent der Befragten sehen Teamspiele, die den Austausch fördern, als wichtigen Trend. Jule Heer: Und sonst? Kai-Uwe Vogt: Barack Obama hat bei Audible den sechsteiligen Podcast "A Great Book with Barack Obama" gestartet. In jeder Folge spricht er mit prominenten Gästen über ein Buch, das ihn geprägt hat.
Kai-Uwe Vogt Produziert wurde die Reihe gemeinsam mit: Obamas Medienfirma Higher Ground. Wir kommen zu kurz notiert und ein paar Terminen. Die Wiener Kinder- und Jugendbuchpreise gehen an Werke von Lena Raubaum und Leonie Schlager, Edith Schreiber Vicky und Rafaela Schöbit sowie Agi Offner. Der Illustrationspreis geht an Michael Roher. Kai-Uwe Vogt: Die Buch Basel steht im November unter dem Motto "Halten". Rund hundert Veranstaltungen sind geplant. Erstmals gibt es auch eine New Adult-Reihe für Romance- und Fantasy-Fans. Bei der Buch Berlin am 31. Oktober und 1. November erhalten Buchhändler*innen und Bibliothekar*innen sonntags nach Anmeldung freien Eintritt. Kai-Uwe Vogt: Der Weiterbildungstag der jungen Verlags- und Medienmenschen bietet am 21. November Online-Workshops zu Marketing, Selbstfürsorge und Lektorat. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober. Die Buch Wien bringt vom 25. bis 29. November Literaturnobelpreisträger Laszlo Krasznahorkai und zahlreiche Stimmen aus der Ukraine nach Wien.
Kai-Uwe Vogt Geplant sind rund: vierhundertfünfzig Gespräche und Debatten. Das war die Nachlese für diese Woche. Danke, dass ihr dabei wart und bis zum nächsten Mal. Jule Heer: Das war die Nachlese, dein Montagsupdate. Das Börsenblatt für die Ohren. Willst du uns unterstützen? Dann bewerte unseren Podcast in deiner Podcast-App. Für mehr News aus der Buchbranche abonniere die kostenfreien Börsenblatt-Newsletter.
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